

Nach langen und kontrovers geführten Diskussionen haben sich der Kanton Bern, die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) sowie diverse Umweltverbände in einem zunehmend konstruktiven Dialog für die Speicherprojekte der KWO verständigt. So sind umfassende zusätzliche Ausgleichsmassnahmen zum Schutz von Biodiversität und Landschaft vorgesehen, welche auch den Rückbau einiger bestehender Kleinwasserkraftwerke vorsehen.
Diese Einigung schafft die Voraussetzung für die Speicherausbauvorhaben Trift und der Vergrösserung des Grimselsee. Für das noch weniger weit fortgeschrittene dritte Projekt, die Vergrösserung des Oberaarsees, legt die Vereinbarung zudem den Grundstein. Alle Beteiligten blicken zufrieden auf die Ergebnisse dieses Dialogs zurück und sprechen von einer «Pionierleistung». Die Vereinbarung priorisiert die besonders wichtige Winterstromproduktion bei gleichzeitiger Optimierung von Natur- Landschaftsschutz.
Unterdessen regt sich heftiger Widerstand betroffener Gemeinden gegen den Rückbau des Wasserkraftwerks am unteren Ausgang des Simmentals, dem s.g. "Simmewehr". Hier wird seit über 40 Jahren emissionsfrei und somit CO2-neutral Strom produziert. Zudem leistet die Anlage im Verbund mit weiteren Verbauungen unterhalb der mächtigen Betonmauer auf dem Weg von SImme und Kander zum Thuner See einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz. Diese Verbauungen haben die Anliegergemeinden nach eigenen Aussagen rund CHF 3.5 Mio. gekostet.
Die fünf betroffenen Gemeinden reklamieren, nicht in den Verhandlungsprozess involviert worden zu sein. Insbesondere der Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) steht dabei im Fokus, von dem die fünf Berner Gemeinden nach eigenen Aussagen nicht informiert worden und enttäuscht seien, obwohl zahlreiche gemeinsame Sitzungen stattgefunden hätten. Der Rückbau des Simmewehrs soll rund CHF 55 Mio. kosten und ist Teil der Vereinbarung Berner Stromproduzenten und des Berner Regierungsrats mit diversen Umweltschutzverbänden zum Ausbau der Wasserkraftanlagen am Grimsel.
Auch andere Berner Gemeinden mit rückzubauenden Wasserkraftwerken reklamieren, nicht in den Prozess involviert worden zu sein, was in einer Demokratie zu denken gibt. Es steht viel auf dem Spiel, denn ohne Rückbau der Kleinwasserkraftwerke wird es schon nur wegen der gut organisierten Umwekltschutzverbände kaum einen Ausbau am Grimsel geben.
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